Vaginalring

Geschrieben von Dr. med. Dr. phil. Hans-Jürgen Bickmann am .

Auf der Suche nach Alternativen bei der hormonellen Verhütung wurde in den letzten Jahren an der Entwicklung eines Scheidenrings gearbeitet, der Hormonefreisetzt. Früher scheiterten die Versuche jedoch am Hormonträgermaterial.

Seit 2002 gibt es einen Scheidenring (NuvaRing®, Circlet®) bei dem die Hormonfreisetzung einwandfrei funktioniert. Seit Oktober 2002 steht damit den Frauen eine weitere Alternative bei der hormonellen Verhütung zur Verfügung.

Wie funktioniert der Vaginalring?

Der weiche, biegsame Ring hat einen Durchmesser von fünf Zentimetern und kann von den Anwenderinnen selbst eingesetzt werden. Er sollte möglichst tief eingeführt werden. Ausschlaggebend für die Positionierung ist in erster Linie, dass der Ring als angenehm und nicht störend empfunden wird. Im Ring befinden sich zwei Depots, aus denen konstant Gestagene und Östrogene (täglich 120 Mikrogramm Etonogestrel und 15 Mikrogramm Östrogen) freigesetzt werden. Das Trägermaterial besteht aus einem silikonfreien Kunststoff. Weiterer Vorteil des Rings gegenüber der Pille: Beim Ring werden die Hormone über die Scheidenhaut aufgenommen und unter Umgehung der Leber direkt wirksam.

Durch die Hormonabgabe wird der Eisprung unterdrückt. Darüber hinaus bewirken die Hormoneeine Änderung der Spermienbeweglichkeit. Nach drei Wochen Liegezeit muss der Ring wieder entfernt und entsorgt werden.

Dann folgt eine Pause von sieben Tagen (wie bei der Pille), anschließend wird wieder ein neuer Ring eingesetzt. Innerhalb der siebentägigen Pause findet die Menstruation statt. Lässt man die Pause ausfallen und ersetzt den Ring ohne zu pausieren, nach drei Wochen sofort durch einen neuen Ring, fällt dadurch die Periodenblutung aus.

Vergisst man den Nuva-Ring nach drei Wochen zu entfernen, bleibt die Sicherheit der Verhütung noch etwa eine Woche bestehen. Sollte der Ring - aus irgendwelchen Gründen auch immer - herausgleiten, kann er mit lauwarmem Wasser abgewaschen und wieder eingesetzt werden. Dabei stellt eine bis zu dreistündige "Liegepause" des Rings kein Problem dar und beeinträchtigt nicht die Sicherheit. Der Zeitraum, in dem Ring nicht in der Scheide liegt, sollte jedoch nicht mehr als drei Stunden betragen.

Wie hoch ist die Sicherheit und welche Vorteile hat der Vaginalring?

Einer holländischen Untersuchung zufolge ist die Sicherheit so hoch wie bei der Pille (Pearlindex 0,1-1). Ein großer Vorteil des Vaginalrings ist, dass man nicht täglich - wie bei der Pille - an die Verhütung denken muss. Zudem werden niedrigere Hormonmengen freigesetzt, und dies kontinuierlich.

Das heißt, es kommt nicht zu den so genannten "Hormonspitzen", den besonders hohen Hormonwerten im Blut nach Einnahme der Pille, die dann nur langsam wieder absinken. 

Ein weiterer Vorteil des Ringes gegenüber der Pille ist, dass die Hormonedirekt über die Scheidenschleimhaut aufgenommen werden. So kommt es daher zu keinem Wirkungsverlust, wenn man erbricht oder Durchfall hat.

Auf Interaktionen mit anderen Medikamenten, wie etwa Antibiotika, muss wie bei der Pille auch, geachtet werden.

Wer kann den Hormonring benutzen?

Prinzipiell kann jede Frau diesen Ring verwenden. Von Vorteil ist, dass man den Ring selbst - ähnlich wie einen Tampon - in die Scheide einlegen kann.

Wie viel kostet der Vaginalring®?

Der NuvaRing/Circlet kostet 22,80€ (N1) bzw. 47,77€ (N2) und ist auf Rezept in den Apotheken zu beziehen.


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