Notfallverhütung

Geschrieben von Dr. med. Dr. phil. Hans-Jürgen Bickmann am .

1. “Pille danach”




Es gibt zwei Wirkstoffe, die hierbei zur Anwendung kommen: Levonorgestrel (LNG) und Ulipristalacetat.

Die Wirkung geschieht über eine Verzögerung bzw. Verhinderung eines Eisprungs. Im ungeschützten Zyklus ist die Wahrscheinlichkeit einer Konzeption in den letzten zwei Tagen vor dem Eisprung am größten. Am Tage des Eisprungs selbst, sinkt die Schwangerschaftsrate schon wieder, weil die Eizelle nur 6 - 12 Stunden befruchtbar ist und die Kapazitation der Spermien so lange dauert, dass die Spermien am Ovulationstag nur noch auf eine geschwächte oder nicht mehr lebende Eizelle treffen. 

Als neueste Entwicklung zeigt das das Ulipristalacetat (ellaOne®) die größte Wirksamkeit (Brache et alii, Hum.Reprod. 2010; 25(9),2256-63). 

Es werden im Abstand von 12 Stunden, spätestens 
72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr, zweimal zwei Tabletten Tetragynon® ,  zweimal 1 Tablette Duofem®,   einmal 1 Tbl. Unofem® oder einmal 1 Tbl. ellaOne® eingenommen. ellaOne® ist bis zu 120 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr wirksam. 

Durch die Einnahme kann die Periodenblutung verschoben werden: sie kann entweder zu früh, zu spät oder doch rechtzeitig einsetzen. Die “Pille danach” verursacht bei 56% der Anwenderinnen Übelkeit und manchmal auch Erbrechen. Deshalb ist die Einnahme eines zusätzlichen Medikamentes gegen Übelkeit empfehlenswert. Kommt es trotzdem zum Erbrechen weniger als drei Stunden nach dem Schlucken der “Pille danach”, ist die Einnahme zu wiederholen. Die Versagerquote beträgt bis zu 2%.



2. Einlage einer Spirale



Des Weiteren kann, bis 120 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr, zur Verhütung der Einnistung einer befruchteten Eizelle auch eine Spirale eingelegt werden.   Die Wirksamkeit besteht in der Verhinderung der Einnistung eines Embryos in die Gebärmutterschleimhaut. 


Vielen Dank!

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in Siegen auf jameda

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