Kupferspirale / Mirena / Jaydess

Geschrieben von Dr. med. Dr. phil. Hans-Jürgen Bickmann am .

Kupfer-Spirale



Rund 70 Millionen Frauen wenden heute weltweit zur Empfängnisverhütung die Spirale in verschiedenen Formen an. Früher nahm man an, dass Spiralen nur für Frauen geeignet seien, die schon Kinder geboren hätten. Heute ist die Spirale für jeden Lebensabschnitt sicher und zuverlässig.



Die Spirale besteht aus einem Kunststoffstäbchen, um das ein Kupferdraht gewickelt ist.
 Durch Freisetzung von Kupferionen werden die Spermien abgetötet und die Gebärmutterschleimhaut daran gehindert, dass sich eine Schwangerschaftsanlage einnisten kann.



Die Spirale wird vom Arzt eingesetzt, wenn der Muttermund leicht geöffnet ist; dies ist der Fall in den ersten Tagen der Menstruationsblutung. Eine Woche nach der Einlage wird der Sitz der Spirale mit dem Ultraschall überprüft. Bei korrekter Lage beträgt die Verweildauer drei Jahre.



Sicherheit



Die Sicherheit der Spirale (Pearl-Index) liegt zwischen
1 und 3 Schwangerschaften auf 100 Frauenjahre.



Vorteil



Ein Vorteil der Spirale liegt sicher darin, dass sie nicht vergessen werden kann; ein anderer, dass sie auch bei Frauen zur Anwendung kommen darf, welche Kontraindikationen für die Einnahme der Pille haben.



Nachteile



Da die Kupferspirale den Hormonhaushalt nicht verändert, werden die zuvor bestehenden Schmerzen bei der Periodenblutung nicht behoben. Gegenüber der Einnahme einer Pille sind die Blutungen in der Regel auch stärker. Früher nahm man an, dass unter Kupferspiralen häufiger Entzündungen aufträten. Diese Gefahr besteht nach heutigen Erkenntnissen nicht. Im Gegenteil, die Häufigkeit von Entzündungen der Gebärmutter ist unter einer Spirale geringer als unter der Einnahme einer Pille.




 

Mirena (intrauterines Gestagendepot)



Die Mirena besteht aus einem Kunststoffzylinder, der ein Gelbkörperhormon (Levonorgestrel) enthält. Dieses Hormon wirkt in der Gebärmutter auf dreifache Weise:


1. Das Sekret des Gebärmutterhalses bleibt auch um den Eisprungstermin herum zähflüssig, so dass die Spermien am Eindringen in die Gebärmutter gehindert werden.

2. Sollten dennoch einige Spermien in die Gebärmutterhöhle gelangen, so werden sie dort an ihrer Befruchtungsfähigkeit gehindert ( Behinderung der Kapazitation der Spermien).

3. Selbst wenn unter seltensten Bedingungen eine Befruchtung der Eizelle erfolgen sollte, wäre der Embryo nicht in der Lage, sich in die Gebärmutterwand einzunisten, weil das Gestagen die Gebärmutterschleimhaut daran hindert.

Das in der Mirena befindliche Hormon Levonorgestrel wirkt nahezu ausschließlich in der Gebärmutter selbst. Nur geringste Mengen werden im Blut nachgewiesen.

Die Einlage erfolgt wie bei der Kupferspirale während der ersten Tage der Menstruation. Während dieser Tage ist der Muttermund meist so weit geöffnet, dass der Kunststoffzylinder leicht eingeführt werden kann.

Sicherheit

Nach dem Implanon ist die Mirena die sicherste Verhütungsmethode.

Vorteile

Die Mirena liegt 5 Jahre. Während dieser Zeit sind keine weiteren Maßnahmen zur Verhütung notwendig. Die Stärke der Periodenblutungen nimmt ab. In 20% aller Fälle wird die Blutung so schwach, dass sie kaum noch wahrgenommen wird. Tampons werden dann überflüssig.

Entzündungen sind unter der Mirena noch seltener als unter einer Kupferspirale.

Nachteile
In den ersten 1-3 Monaten nach der Einlage kann es zu Zwischenblutungen kommen. Diese Zwischenblutungen sind aber als Anpassungserscheinung nur vorübergehend. 



Kosten

Die Kosten für die Einlage einer Mirena betragen derzeit € 350,00. Das entspricht € 5,83 pro Monat. Rechnet man die Einsparung der Tampons in Höhe von ca. € 3,-- mit ein, so liegen die Verhütungskosten mit einer Mirena bei durchschnittlich € 2,00. Das ist weniger als die durchschnittlichen Kosten einer Pilleneinnahme

 

 

Jaydess

Die MirenaR, in der Presse auch als Hormonspirale bezeichnet, hat eine „kleine Schwester“ bekommen: JaydessR: Sie wirkt wie die Mirena, ist aber kleiner, dünner und leichter einzusetzen. Sie ist für die Verhütung bei der jungen Frau, der Frau, die noch keine Kinder geboren hat und beim Teenager geeignet.

Die Jaydess ist seit dem 1. März 2014 erhältlich. Sie ist zwar ein neues intrauterines Verhütungsmittel, teilt aber mit der Mirena nicht nur die Wirkungsweise, sondern auch die Erfahrung, die bei der Mirena schon über 35 Jahre alt ist.

Die Mirena und die Jaydess gehören zu den sogenannten Intrauterinsystemen (IUS), vom Hersteller auch „Verhütungsschirmchen“ genannt. Die Jaydess ist nicht nur kleiner, sondern auch auf eine kürze Liegezeit berechnet: Sie wirkt drei Jahre, im Gegensatz zur Mirena, die fünf Jahre wirkt. Beiden gemeinsam ist die Verhütungswirkung: In der Gebärmutter und nur darin wird ein Hormon freigesetzt, es heißt: Levonorgestrel (LNG). Die Jaydess gehört daher wie die Mirena zu den LNG-IUS.

Wie wirkt die Jaydess® überhaupt?

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Sie gibt in der Gebärmutter ein Hormon ab, das Levornorgestrel. Dieses Hormon ist auf die Gebärmutter beschränkt und wird im Blut so gut wie nicht nachgewiesen. Im Gebärmutterhals befindet sich ein Sekret, das zum Zeitpunkt der Befruchtung für die Spermien flüssig und auf diese Weisedurchlässig wird. Das Levornorgestrel der Jaydess verhindert das, so dass die – meisten - Spermien außen vor bleiben. Die wenigen Spermien, die diese Barriere überwinden, kommen unweigerlich mit der Jaydess selbst in Kontakt. Dieser Kontakt macht sie inaktiv. Die Verhütung ist perfekt.

Wie sicher ist die Jaydess?

Die Sicherheit von Verhütungsverfahren wird durch den Pearl-Index ausgedrückt. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang mit einer bestimmten Methode verhüten. Der Pearl-Index der Jaydess ist 0,33. Bei 100 Frauen treten in einem Jahr 0.33 Schwangerschaften auf oder - anschaulicher - 3,3 Schwangerschaften unter 1000 Frauen. Zum Vergleich: Ohne Verhütung beträgt der Pearl-Index 85.

Was macht die Jaydess als LNG-IUS so attraktiv?

Die Jaydess, wie auch die Mirena, enthält nur ein sehr gering dosiertes Gestagen, kein Östrogen. Sie greift nicht in die Aktivität der Eierstöcke ein und lässt den Zyklus der Eierstöcke unverändert. Weil sie aber in der Gebärmutter auch den monatlichen, zyklischen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut nach unten reguliert, sind die monatlichen Blutungen schwach. Bei vielen Anwenderinnen sind sie so schwach, dass nicht einmal ein Tampon oder eine Vorlage/Monatsbinde nötig werden.

Ein weiterer Vorteil, den die Jaydess, wie auch die Mirena, mit sich bringt: Weil keine Östrogene im Spiel sind, kann eine Mutter mit liegender Jaydess weiter stillen.

Weil die Jaydess nur in der Gebärmutter wirkt, stellen Magen-Darm-Veränderungen, Durchfall oder Erbrechen die Wirksamkeit der Jaydess nicht in Frage.

Last, but not least: Drei Jahre nicht an eine Verhütung denken zu müssen und dennoch sicher vor einer ungewollten Schwangerschaft zu sein, ist sehr komfortabel. Sollte eine Frau vor Ablauf der   längst möglichen Liegezeit von drei Jahren schwanger werden wollen, so braucht sie die Jaydess nur ziehen zu lassen und kann bereits im folgenden Zyklus schwanger werden. Die Wirkung der Jaydess ist voll reversibel.

Weitere Informationen

Näheres kann man unter der Website des Herstellers der Jenapharm GmbH & Co. KG erfahren.

 


Vielen Dank!

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