Doppler-Sonographie

Geschrieben von Dr. med. Dr. phil. Hans-Jürgen Bickmann am .

Bei dieser Untersuchung werden Blutflussmuster in mütterlichen und kindlichen Blutgefäßen mit einer speziellen Ultraschalltechnik dargestellt. 
Durch die Messung der Blutflußmuster in den Gebärmutterarterien kann eine drohende Mangelversorgung des Feten (Plazentainsuffizienz) bereits in der Frühschwangerschaft erkannt werden. Damit können Vorsorgemaßnahmen ergriffen werden. Die Zuordnung der Schwangeren in eine Risikogruppe für eine kindliche Mangelentwicklung oder Gestose (schwangerschaftsbedingte Bluthochdruck) oder eine Gruppe mit niedrigem Risiko erlaubt eine individuell angepasste Überwachung von Mutter und Kind. Während Frauen aus der Risikogruppe häufiger kontrolliert werden, reduziert sich die Anzahl der Untersuchungen in der Gruppe mit geringem Risiko. Darüber hinaus kann durch die tägliche Einnahme einer geringen Dosis Acetylsalicylsäure das Auftreten einer Gestose oder kindlichen Mangelversorgung in der Risikogruppe abgemildert oder verhindert werden.



Durch die Messung der kindlichen Blutflüsse in Arterien und Venen kann die Versorgung des Feten mit Nährstoffen beurteilt werden. Ferner erlaubt sie besser als andere Überwachungsmethoden, den Zustand des ungeborenen Kindes und das Außmaß eines noch kompensierten Sauerstoffmangels einzuschätzen. Auffällige Blutflußmuster können Hinweise auf eine kindliche Mangelversorgung geben, die eine vorzeitige Entbindung nötig macht.




Wer sollte eine Doppler-Sonographie bekommen?

  • Erstgebärende, da sie im Vergleich zu Mehrgebärenden ein erhöhtes Risiko für eine später in der Schwangerschaft auftretende kindliche Mangelentwicklung oder Gestose haben
  • bei kindlicher Mangelentwicklung oder Gestose in einer vorausgegangenen Schwangerschaft
  • bei mütterlichen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus, Bindegewebserkrankungen und Autoimmunerkrankungen
  • bei kindlicher Wachstumsverzögerung
  • bei verminderter Fruchtwassermenge oder auffälliger Plazenta
  • bei auffälligen kindlichen Herztonmustern (CTG)
  • bei bereits eingetretener Gestose
  • bei Mehrlingsschwangerschaften

Wann wird die Untersuchung durchgeführt?

  • in den mütterlichen Gefäßen der Gebärmutter zur Abschätzung des Risikos einer kindlichen Mangelversorgung und Gestose (schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck) jenseits der 20. SSW
  • als Kontrolluntersuchung in der 28.30. SSW bei allen Risikoschwangeren für die Entwicklung einer Gestose oder kindlichen Mangelentwicklung
  • in den kindlichen Gefäßen ab der 14. SSW
  • individuell in Abhängigkeit vom Ausmaß der kindlichen Mangelversorgung bei Risikoschwangeren

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in Siegen auf jameda

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