Hormonersatztherapie (HRT)

Geschrieben von Dr. med. Dr. phil. Hans-Jürgen Bickmann am .

 

„Die Hormonersatztherapie (HRT) hat in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt. Hintergrund: die seit 2002 aus den USA bekannten Daten wurden neu ausgewertet und diejenigen Frauen ermittelt, die von einer HRT profitieren.

Es geht um das Alter des Therapiebeginns: möglichst früh nach dem Auftreten erster Wechseljahresbeschwerden wie Durchschlafstörungen, Hitzewallungen oder Stimmungslabilität. Es geht aber auch um die Substanzen: transdermale  Östrogenapplikation mittels eines Gels und die orale Einnahme eines natürlichen Progesterons.

Aktuelle Datenanalysen zur HRT zeigen:

  • Die Anwendung von transdermalem, bioidentischem Estradiol führt weder bei normalgewichtigen noch bei übergewichtigen Patientinnen zu einer zusätzlichen Steigerung des Risikos einer venösen Thromboembolie (VTE). [1,2]
  • Orale Präparate mit konjugierten Östrogenen (CEE) wie sie in den USA zumeist genommen wurden,  sind mit einem höheren VTE-Risiko verbunden als orale Präparate mit Estradiol. [1]
  • Bei einer kombinierten HRT mit transdermalem Estradiol und mikronisiertem Progesteron wird im Gegensatz zu bestimmten anderen Gestagenen das VTE-Risiko nicht erhöht. [2]

Literatur:

[1] Vinogradova Y et al. Use of hormone replacement therapy and risk of venous thromboembolism: nested case-control studies using the QResearch and CPRD databases. BMJ 2019; 364:k4810.
[2] Scarabin PY. Progestogens and venous thromboembolism in menopausal women: an updated oral versus transdermal estrogen meta-analysis. Climacteric 2018; 21(4):341-345.“

 

Überversorgung? Informationsblatt vom Berufsverband der Frauenärzte

Geschrieben von Dr. med. Dr. phil. Hans-Jürgen Bickmann am .

Liebe Patientin,

in den vergangenen Tagen gab es vermehrt Pressemeldungen, in denen darüber berichtet wurde, dass Schwangere in gynäkologischen Praxen in Deutschland angeblich überversorgt werden. Aufgeführt wurden dabei Ultraschalluntersuchungen, die Untersuchung der Herzfrequenz des Kindes und der Wehen der Mutter durch eine Cardiotokografie (CTG) und bestimmte Bluttests.

Nicht erwähnt wurde leider, dass gerade wegen der herausragenden ärztlichen Schwangerenbetreuung die Sterblichkeit von Babys vor oder kurz nach der Geburt in den vergangenen Jahrzehnten auf ein Zehntel gesunken ist. Auch nicht erwähnt wurde, dass z. B. Bluttests, die eine Infektion mit Ringelröteln, Toxoplasmose oder eine Zytomegalie nachweisen können, von den Krankenkassen nicht übernommen werden. Nicht erwähnt wurde, dass wenige Krankenkassen jedoch als Werbemaßnahme bis zu 150 Euro gerade für solche Leistungen den Müttern direkt erstatten.

Als werdende Mutter wollen Sie eigentlich nichts von Sterblichkeit und Krankheiten hören. Weil Sie sich eine sorgenfreie Schwangerschaft wünschen, wollen Sie Ihr Kind sehen, und nehmen die ärztliche Schwangerenvorsorge wegen der guten und umfassenden Betreuung wahr. Sie schätzen die Sicherheit, die Ihnen die frauenärztliche Betreuung bietet.

Daher wird Ihre Frauenarztpraxis Sie in Ihrer Schwangerschaft natürlich auch in Zukunft vertrauensvoll begleiten, Ihnen Ängste nehmen und alles dafür tun, damit Sie und Ihr Wunschkind optimal versorgt sind. Wie bisher auch, müssen wir Sie darüber aufklären, welche Maßnahmen sinnvoll sind – auch wenn diese nicht in den aktuellen Mutterschaftsrichtlinien enthalten sind, wie z.B. das sogenannte Erst-Trimester-Screening zwischen der 12. Und 14. Schwangerschaftswoche, zusätzliche Ultraschalluntersuchungen, Herzfrequenz- und Wehenableitungen oder Laboruntersuchungen.

Sie bleiben aber zu jedem Zeitpunkt diejenige, die selbstbestimmt darüber entscheidet, was Ihre Ärzte für Sie tun, damit Sie diesen besonderen Lebensabschnitt mit Freude erleben.


Ihre Frauenarztpraxis

Jaydess: Eine neue Verhütungsmethode

Geschrieben von Dr. med. Dr. phil. Hans-Jürgen Bickmann am .

Die MirenaR, in der Presse auch als Hormonspirale bezeichnet, hat eine „kleine Schwester“ bekommen: JaydessR: Sie wirkt wie die Mirena, ist aber kleiner, dünner und leichter einzusetzen. Sie ist für die Verhütung bei der jungen Frau, der Frau, die noch keine Kinder geboren hat und beim Teenager geeignet.

Die Jaydess ist seit dem 1. März 2014 erhältlich. Sie ist zwar ein neues intrauterines Verhütungsmittel, teilt aber mit der Mirena nicht nur die Wirkungsweise, sondern auch die Erfahrung, die bei der Mirena schon über 35 Jahre alt ist.

Die Mirena und die Jaydess gehören zu den sogenannten Intrauterinsystemen (IUS), vom Hersteller auch „Verhütungsschirmchen“ genannt. Die Jaydess ist nicht nur kleiner, sondern auch auf eine kürze Liegezeit berechnet: Sie wirkt drei Jahre, im Gegensatz zur Mirena, die fünf Jahre wirkt. Beiden gemeinsam ist die Verhütungswirkung: In der Gebärmutter und nur darin wird ein Hormon freigesetzt, es heißt: Levonorgestrel (LNG). Die Jaydess gehört daher wie die Mirena zu den LNG-IUS.

 

Wie wirkt die Jaydess® überhaupt?

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Sie gibt in der Gebärmutter ein Hormon ab, das Levornorgestrel. Dieses Hormon ist auf die Gebärmutter beschränkt und wird im Blut so gut wie nicht nachgewiesen. Im Gebärmutterhals befindet sich ein Sekret, das zum Zeitpunkt der Befruchtung für die Spermien flüssig und auf diese Weisedurchlässig wird. Das Levornorgestrel der Jaydess verhindert das, so dass die – meisten - Spermien außen vor bleiben. Die wenigen Spermien, die diese Barriere überwinden, kommen unweigerlich mit der Jaydess selbst in Kontakt. Dieser Kontakt macht sie inaktiv. Die Verhütung ist perfekt.

Wie sicher ist die Jaydess?

Die Sicherheit von Verhütungsverfahren wird durch den Pearl-Index ausgedrückt. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang mit einer bestimmten Methode verhüten. Der Pearl-Index der Jaydess ist 0,33. Bei 100 Frauen treten in einem Jahr 0.33 Schwangerschaften auf oder - anschaulicher - 3,3 Schwangerschaften unter 1000 Frauen. Zum Vergleich: Ohne Verhütung beträgt der Pearl-Index 85.

Was macht die Jaydess als LNG-IUS so attraktiv?

Die Jaydess, wie auch die Mirena, enthält nur ein sehr gering dosiertes Gestagen, kein Östrogen. Sie greift nicht in die Aktivität der Eierstöcke ein und lässt den Zyklus der Eierstöcke unverändert. Weil sie aber in der Gebärmutter auch den monatlichen, zyklischen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut nach unten reguliert, sind die monatlichen Blutungen schwach. Bei vielen Anwenderinnen sind sie so schwach, dass nicht einmal ein Tampon oder eine Vorlage/Monatsbinde nötig werden.

Ein weiterer Vorteil, den die Jaydess, wie auch die Mirena, mit sich bringt: Weil keine Östrogene im Spiel sind, kann eine Mutter mit liegender Jaydess weiter stillen.

Weil die Jaydess nur in der Gebärmutter wirkt, stellen Magen-Darm-Veränderungen, Durchfall oder Erbrechen die Wirksamkeit der Jaydess nicht in Frage.

Last, but not least: Drei Jahre nicht an eine Verhütung denken zu müssen und dennoch sicher vor einer ungewollten Schwangerschaft zu sein, ist sehr komfortabel. Sollte eine Frau vor Ablauf der   längst möglichen Liegezeit von drei Jahren schwanger werden wollen, so braucht sie die Jaydess nur ziehen zu lassen und kann bereits im folgenden Zyklus schwanger werden. Die Wirkung der Jaydess ist voll reversibel.

Weitere Informationen

Näheres kann man unter der Website des Herstellers der Jenapharm GmbH & Co. KG erfahren.

 

 

Vielen Dank!

Frauenärzte
in Siegen auf jameda

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