Jaydess: Eine neue Verhütungsmethode

Geschrieben von Dr. med. Dr. phil. Hans-Jürgen Bickmann am .

Die MirenaR, in der Presse auch als Hormonspirale bezeichnet, hat eine „kleine Schwester“ bekommen: JaydessR: Sie wirkt wie die Mirena, ist aber kleiner, dünner und leichter einzusetzen. Sie ist für die Verhütung bei der jungen Frau, der Frau, die noch keine Kinder geboren hat und beim Teenager geeignet.

Die Jaydess ist seit dem 1. März 2014 erhältlich. Sie ist zwar ein neues intrauterines Verhütungsmittel, teilt aber mit der Mirena nicht nur die Wirkungsweise, sondern auch die Erfahrung, die bei der Mirena schon über 35 Jahre alt ist.

Die Mirena und die Jaydess gehören zu den sogenannten Intrauterinsystemen (IUS), vom Hersteller auch „Verhütungsschirmchen“ genannt. Die Jaydess ist nicht nur kleiner, sondern auch auf eine kürze Liegezeit berechnet: Sie wirkt drei Jahre, im Gegensatz zur Mirena, die fünf Jahre wirkt. Beiden gemeinsam ist die Verhütungswirkung: In der Gebärmutter und nur darin wird ein Hormon freigesetzt, es heißt: Levonorgestrel (LNG). Die Jaydess gehört daher wie die Mirena zu den LNG-IUS.

 

Wie wirkt die Jaydess® überhaupt?

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Sie gibt in der Gebärmutter ein Hormon ab, das Levornorgestrel. Dieses Hormon ist auf die Gebärmutter beschränkt und wird im Blut so gut wie nicht nachgewiesen. Im Gebärmutterhals befindet sich ein Sekret, das zum Zeitpunkt der Befruchtung für die Spermien flüssig und auf diese Weisedurchlässig wird. Das Levornorgestrel der Jaydess verhindert das, so dass die – meisten - Spermien außen vor bleiben. Die wenigen Spermien, die diese Barriere überwinden, kommen unweigerlich mit der Jaydess selbst in Kontakt. Dieser Kontakt macht sie inaktiv. Die Verhütung ist perfekt.

Wie sicher ist die Jaydess?

Die Sicherheit von Verhütungsverfahren wird durch den Pearl-Index ausgedrückt. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang mit einer bestimmten Methode verhüten. Der Pearl-Index der Jaydess ist 0,33. Bei 100 Frauen treten in einem Jahr 0.33 Schwangerschaften auf oder - anschaulicher - 3,3 Schwangerschaften unter 1000 Frauen. Zum Vergleich: Ohne Verhütung beträgt der Pearl-Index 85.

Was macht die Jaydess als LNG-IUS so attraktiv?

Die Jaydess, wie auch die Mirena, enthält nur ein sehr gering dosiertes Gestagen, kein Östrogen. Sie greift nicht in die Aktivität der Eierstöcke ein und lässt den Zyklus der Eierstöcke unverändert. Weil sie aber in der Gebärmutter auch den monatlichen, zyklischen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut nach unten reguliert, sind die monatlichen Blutungen schwach. Bei vielen Anwenderinnen sind sie so schwach, dass nicht einmal ein Tampon oder eine Vorlage/Monatsbinde nötig werden.

Ein weiterer Vorteil, den die Jaydess, wie auch die Mirena, mit sich bringt: Weil keine Östrogene im Spiel sind, kann eine Mutter mit liegender Jaydess weiter stillen.

Weil die Jaydess nur in der Gebärmutter wirkt, stellen Magen-Darm-Veränderungen, Durchfall oder Erbrechen die Wirksamkeit der Jaydess nicht in Frage.

Last, but not least: Drei Jahre nicht an eine Verhütung denken zu müssen und dennoch sicher vor einer ungewollten Schwangerschaft zu sein, ist sehr komfortabel. Sollte eine Frau vor Ablauf der   längst möglichen Liegezeit von drei Jahren schwanger werden wollen, so braucht sie die Jaydess nur ziehen zu lassen und kann bereits im folgenden Zyklus schwanger werden. Die Wirkung der Jaydess ist voll reversibel.

Weitere Informationen

Näheres kann man unter der Website des Herstellers der Jenapharm GmbH & Co. KG erfahren.

 

 


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